Home Willkommen Die Musiker Video/H�rproben Termine Referenzliste CDs+MP3 - NEU!! Schulprojekt Workshop Veranstalter/PR Pressestimmen Kontakt/Impressum Links

 

English Kurzbeschreibung Texte Moshe Kahn Die Musiker

 

GESCHICHTEN VON RABBI ISRAEL BEN ELIESER

GENANNT DER  BAAL-SCHEM-TOW

 

AM BAUM DER ERKENNTNIS

Es hei�t, die Seele des Baal-Schem-Tow sei einst, als alle Seelen in der Adams versammelt waren, in der Stunde, da er am Baum der Erkenntnis stand, geflohen und habe nicht von der Frucht des Baums gegessen.

DER SPRUCH DES VATERS

Israel wurde seinen Eltern in ihrem Alter geboren, und sie starben weg, als er noch ein Kind war.

Da sein Vater den Tod nahen f�hlte, nahm er den Knaben auf den Arm und sprach zu ihm: �Ich sehe, dass du mein Licht zum Leuchten bringen wirst, und mir ist nicht beschieden, dich grosszuziehen. Aber, geliebter Sohn, gedenke wohl all deine Tage, dass Gott mit dir ist und du daher kein Ding der Welt zu f�rchten hast.�

Dieser Spruch blieb im Herzen Israels.

 

�BER DEN DNJESTR

Ein Zaddik erz�hlte: �Schon als der Meister noch ein Knabe war, kam Ahia von Silo, der Prophet, zu ihm und lehrte ihn die Weisheit der g�ttlichen Namen.

Und weil er noch so klein war, begehrte es ihn zu erfahren, was zu wirken in seinem Verm�gen st�nde.

Eines Tages warf er einen Gurt in den Fluss Dnjestr, der rei�end ging, sprach einen Namen und ging �ber das Wasser. Um diese Handlung hat er dann all seine Tage Busse getan, dass er den Makel wieder zurechtschaffe, und es geriet.

Denn einmal musste er den auch diesmal rei�end gehenden Fluss �berqueren, weil etliche Hasser der Juden ihm nachsetzten und ihm ans Leben wollten. So warf er seinen Gurt ins Wasser und ging dar�ber, ohne einen Namen zu sprechen, mit nichts ger�stet als mit dem gro�en Glauben an den Gott Israels.�

 

DER ERSTE KAMPF

Es wird von Israel ben Elieser erz�hlt: Als der Knabe heranwuchs, verdingte er sich als Schulhelfer. Er holte am Fr�hmorgen die Kinder aus den H�usern und brachte sie in die Schule und ins Bethaus. Er sprach ihnen die Worte des Gebets, die im Chor gesprochen werden, wie �Amen, es sei Sein Gro�er Name gesegnet in Ewigkeit�, mit einer lieblichen Stimme vor. Im Gehen sang er ihnen vor und lehrte sie, zusammen mit ihm zu singen. Zuletzt f�hrte er sie �ber Wiese und Wald wieder nach Haus.

Die Chassidim erz�hlen, im Himmel habe man sich allmorgendlich dieser Lieder erfreut wie einst des Gesangs der Leviten im Heiligtum zu Jerusalem. Es waren Stunden der Gnade, in denen die himmlischen Scharen sich versammelten, um den Stimmen der Sterblichen zu lauschen.

Darunter aber war auch Satan. Er verstand wohl, da�, was sich da bereitete, seine Macht auf Erden bedrohte. So ging er in den Leib eines Zauberers ein, der sich in einen Werwolf zu verwandeln wusste.

Als einmal Israel singend mit seiner Schar durch den Wald zog �berfiel sie der Unhold, und die Kinder stoben schreiend auseinander.

Etliche unter ihnen erkrankten vom Schreck her, und die V�ter beschlossen, dem Treiben des jungen Schulhelfers Einhalt zu tun.

Er aber gedachte der Sterbensworte seines Vaters, ging von Haus zu Haus, versprach den Leuten, ihre Kinder zu sch�tzen, und es gelang ihm, sie zu bewegen, dass sie ihm die kleine Schar noch einmal anvertrauten...

Mit einem kr�ftigen Stecken versehen, f�hrte er sie das n�chste Mal an, und als der Werwolf wieder hervorbrach schlug er ihm den Stecken an die Stirn, dass er auf der Stelle verreckte.

Tags darauf fand man den Zauberer tot auf seinem Bett.

  

DIE HEIRAT

In seiner Jugend war Israel ben Elieser Hilfslehrer in einer kleinen Gemeinde unweit der Stadt Brody. Die Leute wussten nichts von ihm; weil aber die Kinder mit einem so fr�hlichen Eifer bei ihm lernten, wurden auch die V�ter ihm wohlgesinnt. Bald verbreitete sich der Ruf, dass er weise sei; man kam zu ihm sich Rats zu erholen; wo es einen Streit gab, wurde der junge Lehrer angegangen, ihn zu schlichten. Er tat es so, dass der Mann, gegen den er entschied, den Spruch mit nicht geringerer Zufriedenheit vernahm als sein Gegner, zu dessen Gunsten entschieden worden war, und beide guten Muts von dannen zogen.

Einmal hatte der Vater des gro�en Gelehrten Rabbi Gerschon Kitower, Rabbi Efraim, einen Rechtshandel mit einem Mitglied der kleinen Gemeinde, deren Kinder der Baalschem lehrte. Sie einigten sich darauf, ihre Sache vor den jungen Lehrer zu bringen und ihn zu befragen. Als sie seine Stube betraten und Rabbi Efraim ihn ansah, erschrak er; denn von der Stirn Israels leuchtete ihm ein geschwungenes Zeichen entgegen, vollkommen gleich dem unvergesslichen, das er einen Blick lang auf der schmalen Stirn der eigenen Tochter gesehen hatte, als ihm einst die Wehmutter die neugeborene wies. Mit schwerer Zunge brachte er sein Anliegen vor; doch wie er die gesenkten Augen wieder erhob, war das Zeichen verschwunden. Israel h�rte zu, fragte, h�rte wieder, dann sprach er das Urteil; und alsbald zog in die Herzen beider M�nner, die es vernahmen, der Friede ein, denn ihnen war, als sei das lichte Recht selber aus der Nebelwand der Meinungen hervorgetreten.

Hernach kam Rabbi Efraim zum Baalschem und bat ihn, er m�ge seine Tochter zum Weibe nehmen. Israel stimmte zwar zu, bestand aber auf einer zwiefachen Bedingung: die Vereinbarung solle zun�chst geheim bleiben, und in der Urkunde, die aufgesetzt werden sollte, d�rfe nicht � wie es �blich war � seine Gelehrsamkeit ger�hmt und seine Person nicht anders als mit dem Namen Israel ben Elieser erw�hnt werden; �denn�, so f�gte er hinzu, �Ihr wollt mich und nicht mein Wissen  Eurer Tochter zum Gemahl�. Es geschah nach seinem Wunsch.

Als Rabbi Efraim von seiner Reise heimkehrte, erkrankte er pl�tzlich und starb nach wenigen Stunden. Sein Sohn, der gelehrte Rabbi Gerschon Kitower, kam, ihn zu bestatten. Unter den Schriften des Vaters fand er auch die Heiratsurkunde und las, da� seine Schwester einem Mann ohne gelehrten Titel und ohne den ber�hmten Namen eines bedeutenden Geschlechts zugesprochen sei. Nicht einmal die Heimat des Fremden war genannt. Sogleich teilte er der Schwester mit heftigen Worten das Unerh�rte mit. Sie aber erwiderte nur, wenn dies des Vaters Wille gewesen sei, k�nne nichts anderes auf der Welt das Rechte f�r sie sein.

Israel wartete indes, bis das Jahr seines Lehramts um war. Dann legte er sein Gewand ab, kleidete sich in einen kurzen Schafspelz mit breitem Ledergurt, wie ihn die b�urischen M�nner tragen, und nahm deren Art auch in Rede und Geb�rde an. So kam er nach Brody und in Rabbi Gerschons Haus. Israel tat dem Rabbi zu wissen, er sei gekommen, sich sein Weib zu holen. Best�rzt rief Rabbi Gerschon die Schwester herbei, dass sie den Mann betrachte, auf den die Wahl des Vaters gefallen sei. Sie sagte nichts als: �Wenn er es so bestimmt hat, ist es von Gott bestimmt� und hie� die Hochzeit r�sten.

Ehe sie zum Baldachin gingen, unterredete sich der Baalschem mit seinem Weibe und offenbarte ihr sein Geheimnis. Doch musste sie ihm geloben, es unverbr�chlich zu bewahren, was immer auch �ber sie kommen m�ge; er verschwieg ihr nicht, dass gro�es Elend und vielf�ltige Bedr�ngnis ihrer harre. Sie sagte nur, es sei recht so.

Nach der Hochzeit sah Rabbi Gerschon bald, dass es unm�glich war, seinem unwissenden Schwager die Thora zu lehren, ja ihm auch nur ein Wort der Lehre beizubringen. Endlich sprach er zu seiner Schwester: �Ich sch�me mich deines Mannes. Willst du dich von ihm trennen, so ist es gut. Willst du es nicht, so kaufe ich dir Pferde und Wagen, und du kannst mit ihm fahren, wohin du magst.� Das war sie zufrieden.

So fuhren sie von dannen, bis sie in ein karpatisches St�dtchen kamen, wo die Frau Wohnung nahm. Israel ging in die nahen Berge, baute sich eine H�tte und grub Lehm. Sie kam zwei- oder dreimal in jeder Woche zu ihm, half den Lehm auf den Wagen laden, brachte ihn in die Stadt und verkaufte ihn um weniges Geld.

  

SEGEN UND HINDERNIS

Der Baalschem fragte einst seinen Sch�ler, den Rabbi Meir Margaliot: �Meirl, entsinnst du dich noch des Sabbats, als du die F�nfb�cher zu lernen begannst � die gro�e Stube deines Vaterhauses war voller G�ste, man hatte dich auf den Tisch gestellt, und du trugst deine Rede vor?�

Rabbi Meir sprach: �Wohl entsinne ich mich. Pl�tzlich kam meine Mutter herein und riss mich mitten in der Rede vom Tisch.

Mein Vater wurde unwillig, sie aber zeigte nur auf einen Mann im kurzen Bauernpelz, der an der T�r stand und mich ansah;

Da verstanden alle, dass sie das b�se Auge f�rchtete. W�hrend sie noch nach der T�r zeigte, war der Mann verschwunden.�

�Ich war es�, sagte der Baalschem. �In solchen Stunden kann ein Blick gro�es Licht in eine Seele sch�tten. Aber die Furcht der Menschen baut W�nde vor das Licht.�

 

WENN DER SABBAT NAHTE

Die Sch�ler eines Zaddiks, der ein Sch�ler des Baalschem gewesen war, sa�en mittags vor Sabbat beisammen und erz�hlten sich Wundertaten des Baalschem. Der Zaddik, der nebenan in seiner Stube sa�, h�rte sie. Er �ffnete die T�re und sprach: �Was habt ihr euch Wundergeschichten zu erz�hlen. Erz�hlt euch von seiner Gottesfurcht! An jedem Sabbatvortag begann ihm das Herz so gewaltig zu pochen, dass wir alle, die bei ihm waren, es h�rten.�

 

DIE SCHAUF�DEN

Ein Zaddik erz�hlte: �Die Schauf�den am Gebetsmantel des heiligen Baalschemtow haben in sich Leben und Seele gehabt. Sie konnten sich bewegen, ohne dass der Leib sich bewegte. Denn durch die Heiligkeit seines Tuns hatte der heilige Baalschemtow Leben und Seele in sie gezogen.�

 

ZUM LEIB

Der Baalschem sprach zu seinem Leibe: �Ich wundere mich, Leib, dass du noch nicht zerbr�ckelt bist aus Furcht vor deinem Sch�pfer.�

 

�BER DIE TAUCHB�DER

Der Baalschem sprach: �Alles verdanke ich den Tauchb�dern. Tauchen ist besser als kasteien. Die Kasteiung schw�cht dir die Kraft, die du zu Andacht und Lehre brauchst, das Tauchbad steigert sie.�

 

DER TANZ DER CHASSIDIM

Am Fest der Freude an der Lehre vergn�gten sich die J�nger im Haus des Baalschem; sie tanzten... und tranken... und lie�en immer neuen Wein aus dem Keller holen...

Nach etlichen Stunden kam die Frau des Baalschem in seine Kammer und sagte: �Wenn sie nicht aufh�ren zu trinken, wird bald f�r die Sabbatweihe kein Wein mehr �brig sein.�

Er antwortete lachend: - �Recht redest du. Geh also zu ihnen und hei�e sie aufh�ren.�

Als sie die T�r der gro�en Stube �ffnete, sah sie: Die J�nger tanzten im Kreis, und um den tanzenden Kreis schlang sich lodernd ein Ring blauen Feuers... 

Da nahm sie selber eine Kanne in die rechte und eine Kanne in die linke Hand und eilte, die Magd hinwegweisend, in den Keller, um alsbald mit den gef�llten Gef��en zur�ckzukehren.

  

DER MEISTER TANZT MIT

An einem Abend des Festes der Freude an der Lehre tanzte der Baalschem selber mit seiner Gemeinde. Er nahm eine Schriftrolle in seine Hand und tanzte mit ihr.

Dann gab er die Rolle aus der Hand und tanzte ohne sie.

In diesem Augenblick sagte einer der Sch�ler, der mit den Bewegungen des Baalschem sonderlich vertraut war, zu den Gef�hrten:

�Jetzt hat unser Meister die leibliche Lehre aus der Hand getan und hat die geistige Lehre an sich genommen.�

 

ZWEITER TEIL

DER KANTOR DES BAALSCHEMTOW

Einer der Sch�ler fragte einst den Baalschem: �Was soll mein Gesch�ft in der Welt sein?� �Kantor�, sagte er. �Aber�, wandte jener ein, �ich kann doch nicht singen!�

�Ich will dich�, antwortete der Zaddik, �an die Welt der Musik binden.�

Aus diesem Mann ist ein S�nger ohnegleichen geworden, und man nannte ihn weit und breit den Kantor des Baalschemtow.

Nach vielen Jahren kam er mit seinem Bass�nger, der ihn nie verlie�, nach Lisensk, zu Rabbi Elimelech, dem Sch�lerssch�ler des Baalschem. Der Rabbi und sein Sohn Eleasar konnten lange nicht �bereinkommen, ob man die beiden am Sabbat im Bethaus mit dem Chor vorsingen lassen solle, denn Rabbi Elimelech f�rchtete, er w�rde durch den kunstvollen Gesang in seiner Andacht gest�rt werden; aber Eleasar machte geltend, um der Heiligkeit des Baalschemtow willen d�rfe man dem Mann die Ehrung nicht vorenthalten, und es blieb dabei, dass er am Sabbatempfang singen sollte.

Als er jedoch begann, merkte Rabbi Elimelech, dass die gro�e Andacht dieses Gesangs in die seine einstr�mte und ihn von Sinnen zu bringen drohte, und er musste die Einladung r�ckg�ngig machen. Doch behielt er den Kantor den Sabbat �ber bei sich und erwies ihm viele Ehren.

Nach Sabbatausgang lud ihn der Rabbi aufs neue zu sich und forderte ihn auf, von der Leuchte Israels, dem heiligen Baalschemtow, zu erz�hlen.

Der Mann begann zu reden, und es war offenbar, dass alle Inbrunst seines Herzens, die sonst in sein Singen einzugehen pflegte, in sein Reden einging. Er erz�hlte, wie der Meister in der Folge der Lobges�nge keinen Vers sprach, ehe er den besonderen Engel dieses Verses gesehen und seine besondere Melodie geh�rt hatte. Er erz�hlte von den Stunden, in denen sich die Seele des Meisters zum Himmel erhob und der Leib wie tot zur�ckblieb. Dort unterredete sich die Seele mit wem sie sich unterredete, mit Mose dem Getreuen Hirten, und mit dem Messias, und fragte und bekam Antwort. Er erz�hlte, wie der Meister mit jedem Gesch�pf der Erde in dessen Sprache zu reden wusste und mit jedem Himmelswesen in dessen Sprache.

Er erz�hlte wie der Meister, wenn er irgendein Ger�t sah, sogleich die Beschaffenheit des Mannes kannte, der es gemacht hatte, und seine Gedanken, w�hrend er es machte.

Und dann stand der Kantor auf und bezeugte, er und seine Gef�hrten h�tten die Thora durch den Mund des Meisters empfangen wie Israel am Sinai durch Donner und Posaunenschall, und noch sei die g�ttliche Stimme auf Erden nicht erstorben, sondern w�hre fort und lasse sich h�ren.

Einige Zeit nach dem Besuch in Lisensk legte sich der Kantor hin und starb. Drei�ig Tage danach, es war wieder ein Freitag, kam der Bass�nger vom Tauchbad und sagte zu seiner Frau: �Ruf schnell die Totenbruderschaft zusammen, dass sie f�r meine Bestattung Sorge tragen;

denn man hat im Paradies meinen Kantor betraut, zum Sabbatempfang zu singen, und er will es nicht ohne mich tun.�

Er legte sich hin und starb.

 

DIE PREDIGT

Man bat einst den Baalschem, nach dem Gemeindegebet zu predigen. Er begann die Predigt, inmitten aber erfasste ihn ein Beben, wie es ihm zuweilen inmitten des Gebets widerfuhr; er brach ab und sprach: �Ach, Herr der Welt, dir ist es offenbar, nicht zu meiner Ehre spreche ich...�, und wieder brach er ab, und dann st�rzten die Worte aus seinem Mund: �Vieles hab� ich erkannt, vieles hab� ich vermocht, und da ist keiner, dem ich�s er�ffnen k�nnte.� Und sprach nicht weiter.

 

DER HOFREINIGER

Der Baalschem kam einst kurz vor dem Neuen Jahr in eine Stadt und fragte die Leute, wer hier an den Furchtbaren Tagen vorbete. Sie antworteten, es sei der Raw der Stadt selber.

�Und wie ist sein Brauch beim Beten?� fragte der Baalschem weiter. �Am Vers�hnungstag�, sagten sie, �tr�gt er alle S�ndenbekenntnisse mit den fr�hlichsten Weisen vor.�

Der Baalschem schickte um den Raw und befragte ihn nach dem Grund seines seltsamen Verhaltens.

�Der geringste unter den Knechten des K�nigs�, erwiderte der Raw, �der den Au�enhof vom Schmutz zu s�ubern hat, singt zur Arbeit seine fr�hlichen Liedlein; denn er tut sein Werk, um den K�nig zu erfreuen.�

�So m�ge mir�, sagte der Baalschem, �ein Los neben dem Euren zufallen.�

 

DIE WAHRHEIT

Der Baalschem sprach: �Was bedeutet das, was die Leute sagen: �Die Wahrheit geht �ber die ganze Welt?� Es bedeutet, dass sie von Ort zu Ort versto�en wird und weiterwandern muss.�

 

DER KRUG

Der Baalschem sprach einmal zu seinen Sch�lern: �Wie im Blatt die Kraft der Wurzel, so ist in jedem Ger�t die Kraft des Menschen, der es gemacht hat, und dessen Beschaffenheit und Gebaren sind daraus zu erkennen.�

Da fiel sein Blick auf einen sch�nen Bierkrug, der vor ihm stand; er deutete darauf und sprach weiter: �Ist es diesem Krug nicht anzusehen, da� ihn ein Mann ohne F��e gemacht hat?�

Als der Baalschem geendet hatte, nahm einer der Sch�ler von ungef�hr den Krug, um ihn auf die Bank zu stellen. Aber sowie er darauf stand, zerfiel er in kleine Brocken.

 

DIE KLEINE HAND

Durch Rabbi Nachman von Bratzlaw ist uns dieser Spruch seines Urgro�vaters, des Baalschemtow, �berliefert: �Wehe, die Welt ist voller gewaltiger Lichter und Geheimnisse, und der Mensch verstellt es sich mit seiner kleinen Hand�.

 

DIE TIERE

Es wird erz�hlt: �Einst war der Baalschem gen�tigt, den Sabbat auf freiem Felde einzuweihen. Er weidete aber unfern eine Schafherde.

Als er den Segen sprach, der die nahende Braut Sabbat begr��t, erhoben sich die Schafe auf ihre Hinterf��e und blieben so, dem Meister zugewandt, bis er das Gebet vollendet hatte. Denn solange es die Andacht des Baalschem vernahm, war jedes Gesch�pf in seiner Urhaltung, wie es am Throne Gottes steht.�

 

DER FLUSS UND DAS LICHT

Es wird erz�hlt:

�Eine Frau aus einem Dorf unweit von Mesbiz kam oft hingefahren und brachte allerhand Gaben, Fische und Gefl�gel, Butter und Mehl, ins Haus des Baalschem. Unterwegs musste sie durch einen kleinen Fluss. Einmal war der Fluss �ber die Ufer getreten, und als die Frau dennoch hin�berzukommen versuchte, ertrank sie. Der Baalschem gr�mte sich um die gute Frau. Im Gram verw�nschte er den Fluss, und er versiegte.

Aber der F�rst des Flusses erhob im Himmel Klage, und es wurde entschieden, es solle irgend einmal wenige Stunden lang wieder Wasser im Fluss sein, und der Fluss solle �ber die Ufer treten, und jemand von den Nachkommendes Baalschem solle hindurch wollen, und keiner d�rfe ihm helfen, es sei denn der Baalschem selber. Mehrere Jahre nach seinem Tode kam ein Sohn nachts des Weges, verirrte sich und fand sich vor dem Fluss, den er des hochgehenden Wassers wegen nicht wiedererkannte. Er wollte ihn durchqueren, wurde aber bald von den Fluten erfasst und mitgerissen.

Da sah er �ber dem Ufer ein brennendes Licht, das erleuchtete Ufer und Fluss. Er holte seine Kraft zusammen, entrann der Flut und erreichte das Ufer. Das brennende Licht ist der Baalschem selber gewesen.�

 

NACH DEM TOD DER FRAU

Ein Zaddik erz�hlte: �Der Baalschemtow erwartete, er werde einst im Sturm wie Elija zum Himmel auffahren. Als sein Weib starb, sprach er: �Ich habe erwartet, ich w�rde im Sturm wie Elija auffahren zum Himmel. Jetzt aber, da ich nur noch der Halbscheid eines Lebens bin, kann es nicht mehr sein.��

 

VOM TOD DES BAALSCHEM

Nach dem Passahfest erkrankte der Baalschem. Doch fuhr er fort, im Bethaus vor dem Pult zu beten, soweit seine Kr�fte es zulie�en.

Den Sch�lern, die f�hig waren, sich im Gebet einzusetzen, jetzt aber an anderen Orten weilten, lie� er keine Nachricht zukommen, und die unter ihnen, die in Mesbiz weilten, schickte er an andere Orte. Nur Rabbi Pinchas von Korez weigerte sich heimzufahren.

Am Vorabend des Wochenfestes versammelte sich die Gemeinschaft, um, wie allj�hrlich um diese Zeit, die Nacht im Werk der Lehre zu verbringen. Der Baalschem sprach zu ihnen �ber die Offenbarung am Sinai.

Am Morgen lie� er die Vertrauten holen. Zun�chst rief er zwei von ihnen zu sich und wies sie an, dass sie sich beide mit seinem Leichnam und der Bestattung befassen sollten. Er zeigte ihnen an seinem Leibe, Glied um Glied, wie die Seele daraus abzuscheiden begehrte, und lehrte sie das Wahrgenommene bei anderen Kranken anwenden; denn diese zwei geh�rten der Bruderschaft an, die sich mit dem Tod und der Bestattung befasst.

Dann lie� er eine Zehnerschaft sich mit ihm zum Beten zusammentun. Er lie� sich das Gebetbuch geben und sagte: �Ich will mich noch ein wenig mit Gott abgeben.�

Nach dem Gebet ging Rabbi Nachman von Horodenka ins Lehrhaus, um f�r ihn zu beten. Der Baalschem sprach: �Umsonst ersch�ttert er den Himmel. Er kann nicht zur Pforte hinein, durch die ich einzutreten pflegte.�

Als sp�ter der Diener einmal in die Stube kam, h�rte er den Baalschem sprechen: �Ich gebe dir die zwei Stunden�, und verstand, er sage zum Todesengel, er brauche ihn die zwei letzten Stunden nicht zu peinigen; aber Rabbi Pinchas verstand besser, was er meinte. �Er hatte�, sagte er, �noch zwei Stunden zu leben, und von denen sprach er zu Gott, er gebe sie ihm als Geschenk. Dies ist ein rechtes Seelenopfer.�

Dann kamen, wie allj�hrlich an diesem Tag, die Leute aus der Stadt, und er sprach Worte der Lehre zu ihnen.

Sp�ter sagte er zu den Sch�lern, die ihn umstanden: �Nicht um mich trage ich Sorge. Ich wei� ja in aller Klarheit: zur einen T�r geh� ich hinaus, zur andern T�r geh� ich ein.� Und wieder sagte er: �Jetzt wei� ich, wozu ich erschaffen worden bin.�

Er sa� im Bett auf und sprach eine kurze Lehrrede �ber den �Pfeiler�, auf dem die Seelen nach dem Tode vom untern Paradies zum obern Paradies, zum �Baum des Lebens�, aufsteigen, und legte den Vers aus dem Buch Esther aus: �Und damit kam das M�dchen zu dem K�nig.� Auch sprach er: �Ich komme gewiss noch wieder, aber nicht, wie ich jetzt bin.�

Danach hie� er das Gebet �Und es sei Huld� sprechen und streckte sich im Bette aus, setzt sich aber wieder etliche Male auf und fl�sterte, wie man es an ihm kannte, wenn er seine Seele in der Andacht ausrichtete. Eine Weile h�rte man nichts mehr, und er lag still.

Danach befahl er, ihn mit dem Laken zu bedecken. Noch h�rte man ihn aber fl�stern: �Mein Gott, Herr aller Welten!� und danach den Psalmvers: �Nicht komme mich der Fu� des Hochmuts an.�

Die er angewiesen hatte, sich mit seinem Leichnam und der Bestattung zu befassen, sagten hernach, sie h�tten die Seele des Baalschem wie eine blaue Flamme aufsteigen sehn.

        Seitenanfang    Startseite

Letzte �nderung: 18.05.13           � webmaster: georg winkler